Ein Quotient \(\frac{f}{g}\) ist das Produkt \(f \cdot g^{-1}\). Die Regel ist also Produkt- und Kettenregel zusammen, anschließend aufgeräumt. Wer sie einmal so herleitet, sieht sofort, warum das Minuszeichen genau dort steht.
Die Reihenfolge im Zähler ist entscheidend. \(f'g - fg'\) und \(fg' - f'g\) unterscheiden sich im Vorzeichen, und nur das erste ist richtig. Die klassische Eselsbrücke: NAZ minus ZAN durch N² – Nenner mal Ableitung des Zählers minus Zähler mal Ableitung des Nenners, durch Nenner zum Quadrat.
Das Ergebnis ist überall dort nicht definiert, wo \(g = 0\) ist – also genau dort, wo auch die Ausgangsfunktion nicht definiert ist.
Wann sie gilt
Ein Ausdruck mit der Variablen wird durch einen anderen geteilt, der die Variable ebenfalls enthält.
Gebrochenrationale Funktionen und Quotienten wie \(\frac{\sin x}{x}\).
Nicht nötig, wenn der Nenner konstant ist oder sich der Bruch in einfachere Summanden zerlegen lässt.
Fünf durchgerechnete Beispiele
Jede Zeile ist der Schritt, den auch der Rechner zeigen würde, in der Reihenfolge, in der er
die Regeln anwendet. Jeder Graph ist interaktiv: Fahre darüber, um beide Kurven abzulesen und die
Tangente zu sehen, deren Steigung die Ableitung ist; ziehen verschiebt, scrollen zoomt.
Eine Polstelle bei \(x = -1\) teilt den Graphen. f′ ist überall positiv, wo es existiert, keiner der Äste fällt also jemals – der linke steigt von unten heran, der rechte nähert sich \(y = 1\) von unten. f′ klingt mit wachsendem \(\left|x\right|\) ab, deshalb wird f flacher.
Immer positiv, und das passt: Die Funktion steigt überall, wo sie definiert ist.