Die Hyperbelfunktionen verhalten sich wie die Winkelfunktionen, nur ohne die abwechselnden Minuszeichen.
\[\frac{d}{dx}\tanh x = \operatorname{sech}^{2} x\]
Was die Regel besagt
Sie sind direkt aus Exponentialfunktionen gebaut: \(\sinh x = \frac{e^{x} - e^{-x}}{2}\) und \(\cosh x = \frac{e^{x} + e^{-x}}{2}\). Leitet man diese Definitionen ab, folgt sofort \(\left(\sinh x\right)' = \cosh x\) und \(\left(\cosh x\right)' = \sinh x\) – nirgends ein Minuszeichen.
Der Rest folgt mit der Quotientenregel: \(\left(\tanh x\right)' = \operatorname{sech}^{2}x = \frac{1}{\cosh^{2}x}\), \(\left(\operatorname{sech} x\right)' = -\operatorname{sech} x\tanh x\), \(\left(\coth x\right)' = -\operatorname{csch}^{2}x\).
Die zugehörige Identität ist \(\cosh^{2}x - \sinh^{2}x = 1\) – ein Minus, wo die Kreisfunktionen ein Plus haben. Dieser eine Vorzeichenunterschied ist der ganze Unterschied zwischen den beiden Familien.
Wann sie gilt
\(\sinh\), \(\cosh\), \(\tanh\) und ihre Kehrwerte.
Kettenlinien (hängende Seile) und \(\tanh\) als Aktivierungsfunktion in neuronalen Netzen.
Zusammen mit der Kettenregel bei zusammengesetztem Argument.
Fünf durchgerechnete Beispiele
Jede Zeile ist der Schritt, den auch der Rechner zeigen würde, in der Reihenfolge, in der er
die Regeln anwendet. Jeder Graph ist interaktiv: Fahre darüber, um beide Kurven abzulesen und die
Tangente zu sehen, deren Steigung die Ableitung ist; ziehen verschiebt, scrollen zoomt.
f′ ist \(\cosh\), das an jeder Stelle über \(\sinh\) liegt; die beiden Kurven nähern sich an, treffen sich aber nie. Rechts werden beide von \(\tfrac{e^{x}}{2}\) beherrscht, und der Abstand schließt sich; links taucht \(\sinh\) ab, während \(\cosh\) steigt.
Kein Minuszeichen, anders als bei den Kreisfunktionen.