Warum arctan eine algebraische Ableitung hat

Beim Umkehren wird die Steigung zum Kehrwert – und die Trigonometrie kürzt sich heraus.

Ableitung von Umkehrfunktionen

Die Ableitung von arctan x ist 1/(1+x²) – ohne jede Spur von Trigonometrie. Das ist kein Zufall, und die Herleitung erklärt es in drei Zeilen.

Die Regel für Umkehrfunktionen

Ist y = arctan x, dann gilt tan y = x. Beide Seiten ableiten: (1 + tan²y) · y' = 1, also y' = 1/(1 + tan²y). Und weil tan y = x ist, wird daraus 1/(1 + x²) – die Trigonometrie ist verschwunden.

Derselbe Trick überall

arcsin liefert auf demselben Weg über cos y = √(1−sin²y) die Ableitung 1/√(1−x²). Die Areafunktionen ergeben 1/√(x²+1) und 1/(1−x²) und unterscheiden sich von den Kreisfunktionen nur durch Vorzeichen.

Warum das wichtig ist

Weil diese Ableitungen algebraisch sind, tauchen die Arkusfunktionen als Stammfunktionen von Integralen auf, in denen keinerlei Trigonometrie vorkommt. 1/(1+x²) auf einen Blick zu erkennen ist mehr wert, als die Ableitung in Vorwärtsrichtung auswendig zu können.

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